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Schlagzeilen des Jahres

25. November 2011

Hamburg/Dortmund – Die „taz“ ist stolz auf ihre Aufmacherzeilen – die Überschrift, für die sie nun mit dem Titel „Schlagzeile des Jahres 2011“ ausgezeichnet wurde, stand allerdings klein am Rande der Seite eins: „Brüderle bei Ehrlichkeit ertappt“. Verfasst hatte sie der CVD des Blatts, Lukas Wallraff.

Eine Jury des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache setzte die Zeile der Berliner Tageszeitung nun auf Platz eins der 30 ausgewählten Schlagzeilen. Das Blatt habe die Schlitzohrigkeit des FDP-Politikers auf den Punkt gebracht, hieß es am Freitag in einer Erklärung. Brüderle hatte die schwarz-gelbe Koalition kurz vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg in Erklärungsnöte gebracht, als er sinngemäß einräumte, der Atom-Stopp der Bundesregierung habe taktische Gründe.
Insgesamt waren 73 Vorschläge eingegangen. Den zweiten Platz teilen sich die „Bild“-Zeitung mit der Schlagzeile „Nein tanke!“ zum Thema Biosprit und DER SPIEGEL mit “ Circus Krone – vom Sinn und Wahnsinn der britischen Monarchie. Die Auszeichnungen sind undotiert. Stoff für Wortspiele lieferte auch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der Jury um Vereinschef Walter Krämer, Mitgründer Wolf Schneider und „heute-journal“-Moderator Claus Kleber gefielen folgende fünf Schlagzeilen: „Die Jäger des verlogenen Satzes“ aus dem „Tagesspiegel“, „Schmarotzer cum laude“ und „Plagiator honoris causa“ aus der „taz“, „Guttenberg schreibt Doktortitel vorerst ab“ von der „FAZ“ und „Adel verzichtet“ der „Süddeutschen Zeitung“. In Baden-Württemberg ging es dem abgewählten Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) verbal an den Kragen: Die „taz“-Schlagzeilen „Mappus tiefergelegt“ und „Mappschied in Stuttgart“ ragten heraus. Beachtung fand auch eine Überschrift von SPIEGEL ONLINE: „Der Draußenminister“ zu Guido Westerwelles Rückzug vom Amt des FDP-Bundesvorsitzenden. Die „Schlagzeile des Jahres“ hatte der Sprachverein im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben. Der erste Sieger war die „Zeit“ mit der Schlagzeile „Krieger, denk mal!“ zur Münchner Sicherheitskonferenz und veralteten Strategien militärischer Abschreckung. Der Verein Deutsche Sprache wurde 1997 gegründet. Seine 34.000 Mitglieder widmen sich der Pflege der deutschen Sprache und dem Kampf gegen unschönes „Denglisch“. Dazu wählt der Verein unter anderem auch jährlich den “ Sprachpanscher des Jahres“.

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